Key West ist ein fast schon archetypisch zu nennen der Sehnsuchtsort großstadtgeplagter urbaner Zeitgenossen. Wer ein mal das Gefühl von Freiheit spüren möchte und wissen will, wie sich „Aussteigen“ anfühlt (wenn auch nur für eine begrenzte Zeit), der ist hier genau richtig. Immerwährender Mardi-Gras und ein großer Schuss Unkonventionalität bestimmen weitgehend das Lebensgefühl des Eilands.
Man befindet sich an einem geografisch spannenden Ort: Key West ist der südlichste Punkt der Vereinigten Staaten auf dem Kontinent, und von hier sind es nur noch 90 Meilen bis Kuba, jenem anderen karibischen Traumort, dem die große Weltpolitik aber eine gänzlich andere Rolle zugewiesen hat.
Der Highway Nr. 1, der die Kette der Florida Keys als Verkehrsader miteinander verbindet, endet in Key West… Hier ist das Ziel, weiter geht es nur noch per Schiff oder Flieger (ja, Key West verfügt auch über einen internationalen Flughafen!).
Um die Insel genießen und mit allen Sinnen kennenzulernen, braucht man schon eine gewisse Zeit. Es lohnt sich, zwei oder drei Tage – oder auch viel länger – zu verweilen und sich dem Rhythmus dieses ganz eigenen Insel-Feelings zu überlassen. Das Eiland ist ein Schmelztiegel: Exzentriker, Freaks, Aussteiger und „normale“ Touristen bilden den alltäglichen Background für die einzigartige Atmosphäre von Key West.
Die reichlich vorhandene subtropische Vegetation findet sich überall auf der Insel. Die zahlreichen historischen Häuser und Villen mit ihren südstaatlichen Veranden und Balkonen versprühen einen reizvollen Charme, dem man sich gar nicht entziehen kann. Besonders schön: Neubauten müssen sich dem alten Baustil anpassen, so dass der Insel krasse Bausünden erspart bleiben.
Zentrale Punkte in der Stadt sind der Mallory Square und die Duval Street. Hier treffen sich Einheimische und Touristen, hier gibt es jede Menge Souvenirshops und Restaurants. Auch am Hafen gibt es genügend Möglichkeiten, sie kreolische Küche zu probieren. Es gibt kaum etwas schöneres, als vom oberen Balkon eines Hafenrestaurants aus den Blick auf das Meer zu genießen. Best Gelegenheit auch, um eine der berühmtesten Spezialitäten der Insel zu genießen, den Key Lime Pie. Hierbei handelt es sich um einen feinen Kuchen mit der einzigartigen Geschmack der Florida-Keys-Limette. Einfach lecker!
Viele kommen auch allein wegen des azurblauen Meeres und der weißen Strände im Süden der Insel. Hobbytaucher können in einem Unterwasser-Schnorchelpark ihrer Leidenschaft frönen; weniger tauchbegeisterte Naturliebhaber haben die Möglichkeit, die Unterwasserwelt aus der sicheren Perspektive eines mit Glasboden ausgestatteten Boots zu erkunden. Nicht verpassen: das 1934 gegründete Key-West-Aquarium. Hier erlebt man hautnah die faszinierende Tierwelt eines Korallenriffs einschließlich Baracudas, Krebsen, Muscheln und Schildkröten. Das Aquarium wurde in den 1980er Jahren komplett renoviert und entspricht den Anforderungen des Artenschutzes.
Key West Hemingway: Ernest Hemingway, der große amerikanische Schriftsteller, lebte für mehrere Jahre auf Key West. Sein Wohnhaus ist heute Museum. Das im spanischen Kolonialstil erbaute Steinhaus in der Whitehead Street gehörte Ernest Hemingway von 1931 bis 1961; bis 1938 und nochmals 1955 lebte und arbeitete der weltberühmte Autor hier. Neben den Räumen samt ursprünglichem Mobiliar und dem Garten mit dem damals ersten Swimmingpool der Stadt und den sechszehigen (!) Nachkömmlingen von Hemingways Katzen können auch einige der literarischen Werke des weltberühmten Autors bewundert werden.
Auch sehenswert: Das jüngste Museum von Key West befindet sich am Mallory Square und lässt die Zeit der Wrackplünderer wieder lebendig werden. Die Ausstellung zeigt beispielsweise beeindruckende Kunstgegenstände, die von der 1865 versunkenen “Isaac Allerton” geborgen wurden, sowie einen 20 Meter hohen Beobachtungsturm, der einen spektakulären Ausblick auf die Altstadt von Key West und den Hafen bietet.
Und auf gar keinen Fall sollt man sich das allabendliche Spektakel am Mallory Square Dock entgehen lassen, wenn sich eine große Fangemeinde zum Sonnenuntergang trifft – romantischer geht’s nicht…
(Fotos: Rob O’Neal)


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